Onkel Wanja

von Anton Tschechow
REGIE Jürgen Gosch

  • DT Bühne
  • DT Inszenierungen
  • Eingeladen zum Theatertreffen 2008

Premiere am 12.01.2008

letzte Vorstellung am 04.09.2019

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Inhalt

In den letzten Jahren hat Jürgen Gosch seine Schauspieler in immer neue elementare Spiele verwickelt und fast aggressiv in die Nähe der Performance Art getrieben. Jetzt stellt er demonstrativ einen Samowar in den Mittelpunkt seines Onkel Wanja – und erzählt das Stück ganz psychologisch-realistisch. Ein Anfall von einfühlender Tschechow-Nostalgie? Keineswegs. In dem mit frischer Erde bestrichenen Bühnenkasten von Johannes Schütz, der das Geschehen abstrakt grundiert, blicken Regisseur und Ensemble hellwach und neugierig auf Figuren und Situationen, die sie so ernst nehmen wie sich selbst. „Wenn man kein wirkliches Leben hat, dann nimmt man eben die Illusion“: nach diesem Motto lebt Wanjas Familie samt Sommergästen. Jens Harzers Arzt trinkt und tänzelt über seine Trübsal hinweg, während Ulrich Matthes’ Wanja, dessen depressive Hellsichtigkeit den Abend begleitet wie ein dunkler Bass, am Ende echte Tränen vergießt. Auch die desillusionierte Professorengattin Elena (Constanze Becker), in die alle vernarrt sind, und die ungeliebte Zweckoptimistin Sonja (Meike Droste) bilden ein komplementäres Paar, in dem immer eine das hat, was der anderen zu ihrem Glück fehlt. Neben aller spielerischen Intensität und Komik wird so ein geheimer Bauplan des Menschseins sichtbar. Dazu passt auch die symmetrische Architektur des Abends: Das erste Bild fädelt sich ohne Hast in das Landleben hinein, das vierte fadet langsam aus, dazwischen offene Sinnfragen, hundstraurig verfehlte Lieben und komische Familienkatastrophen. In dreieinhalb Stunden das ganze Leben. (Text Theatertreffen 2008)

Besetzung und Regieteam

REGIE Jürgen Gosch BÜHNE / KOSTÜME Johannes Schütz LICHT Henning Streck MASKE Andreas Müller

mit Christian Grashof (Alexander Wladimirowitsch Serebrjakow, Professor im Ruhestand), Constanze Becker (Elena Andrejewna, seine junge Frau), Meike Droste (Sofja Alexandrowna - Sonja - , seine Tochter aus erster Ehe), Gudrun Ritter (Maria Wassiljewna Wojnizkaja, Mutter der ersten Frau des Professors), Ulrich Matthes (Iwan Petrowitsch Wojnizkij, ihr Sohn), Jens Harzer (Michail Lwowitsch Astrow, Arzt), Bernd Stempel (Ilja Iljitsch Telegin, ehemalige Gutsbesitzer), Christine Schorn (Marina, eine alte Kinderfrau), Max Fröhlich (ein Arbeiter).

Dauer

3 Stunden 30 Minuten, 1 Pausen

Premiere

12.01.2008

Dernière

04.09.2019