Schutt
von Dennis Kelly
Inhalt
Gekreuzigt hat er sich selbst, der Vater. Dieses Riesenkreuz im Wohnzimmer ist eine raffinierte Konstruktion, an der er spektakulär und präzise durchkomponiert sein eigenes Todesritual vollzogen hat. Die Mutter lebt schon lange nicht mehr, einst erstickt an einem quersitzenden Hühnerknochen. Das kleine Mädchen in ihrem Bauch muss sich deswegen alleine durchschlagen, richtet sich notdürftig ein in der Leiche der Mutter und bringt sich schließlich selbst auf die Welt. "Nein!", stellt ihr großer Bruder später fest, "Babys wachsen eigentlich auf dem Müll." Zwischen Coladosen und Kekstüten findet der Junge ein winziges, fast lebloses Wesen und bringt es mit nach Hause...
Das war damals. Die nun erwachsenen Geschwister Michael und Michelle blicken zurück auf ihre Kindheit – bestens geübt darin, einer kranken, gruseligen Umgebung Wärme und Witz abzuringen und dem übergriffigen Tod mit geballtem Leben entgegenzutreten.
Der Autor Dennis Kelly ist mit dem Stück 'Schutt' weit entfernt von sozialer Milieustudie und trotzdem stößt er direkt hinein in die surreale Realität des gewöhnlichen Wahnsinns. Die junge Regisseurin Marike Moiteaux, die die letzten Jahre als Regieassistentin am Deutschen Theater gearbeitet hat, inszeniert das einstige Debütstück des inzwischen weltweit gespielten Autors.
Premiere
30.01.2014
Besetzung und Regieteam
- Regie Marike Moiteaux
- Bühne Merle Vierck
- Kostüme Karin Rosemann
- Musik Jacob Suske
- Dramaturgie Malin Nagel