Winterreise
von Elfriede Jelinek
REGIE Andreas Kriegenburg
Inhalt
Franz Schubert komponierte die Winterreise 1827, ein Jahr vor seinem frühen Tod. Elfriede Jelinek, die ab ihrem sechsten Lebensjahr Klavier lernte und später diverse Instrumente studierte, begleitet der Liederzyklus seit ihrer Kindheit. Kein Werk der Kunst, so sagt sie, habe ihr je mehr bedeutet. Nun begibt sie sich auf ihre eigene Winterreise, die sie, dem rastlosen Wanderer Schuberts gleich, in fremde und unwirtliche Gefilde führt. Allerdings ist die Reise Jelineks eine innere Reise, eine Wanderung in der passiven Bewegung; denn seit einigen Jahren hat sich die Autorin auf Grund einer Angsterkrankung aus dem Leben zurückgezogen. Auf einem verschlungenen Weg schreibt sich Jelinek heran an einen Schmerzpunkt, stellt existentielle Fragen nach dem Leben, der Liebe und dem Tod. Dabei nimmt sie aktuelle Ereignisse, wie die Entführung Natascha Kampuschs zur Hilfe, um ihren eigenen Zustand der Isolation und Fremdheit in Worte zu fassen. Schonungslos setzt sie sich mit ihrer eigenen Biografie auseinander, mit der Erinnerung an eine übermächtige Mutter und ihren an Demenz erkrankten Vater, und begibt sich auf Gebiete größter Intimität.
Premiere
09.09.2011
Besetzung und Regieteam
- Regie Andreas Kriegenburg
- Bühne Nikolaus Frinke
- Kostüme Andrea Schraad
- Dramaturgie Meike Schmitz