Wut
von Elfriede Jelinek
Inhalt
"Ihr tötet uns, wir töten euch, das ist wirklich eine sehr einfache Antwort."
Anlässlich des Überfalls auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt für koschere Lebensmittel im Januar 2015 in Paris fragt die Autorin nach dem Grund für eine solch zerstörerische Wut. In einer Welt, in der die Wut alles zu beherrschen scheint, der Dialog zwischen den Menschen aufhört, stellt der Text, angetrieben von Verzweiflung, Ohnmacht, Wut und Angst die Frage: "Wenn aber die ganze Gemeinschaft das Töten für sich entdeckt hat, auch die Frauen, was entsteht dann?"
Jelinek ermittelt mittels griechischer Mythen, wie dem des rasenden Herakles, bezieht sich auf die Ilias, deren zentrales Thema der Zorn war, lässt aber auch die Stimmen von Dschihadisten, aufgeklärten Europäern, Wutbürgern und sich selbst als Autorin beim Schreiben zu Wort kommen. Die Ebenen mischen sich zu einem Wut-Gewitter über Götter, Gewissheiten in Weltanschauungen, Kalaschnikows und über das Verfertigen und Konsumieren von Bildern und Videos der Kämpfe in unserer düsteren Welt.
Wann begann alles? Welcher ist der richtige Gott? Brauchen wir überhaupt einen?
Premiere
26.02.2017
Besetzung und Regieteam
- Regie Martin Labarenz
- Bühne Volker Hintermeier
- Kostüme Aino Laberenz
- Video Daniel Hengst
- Licht Marco Scherle
- Ton Björn Mauder
- Dramaturgie Juliane Koepp