Klassenzimmerstreams Netflix kann jeder...
Die Klassenzimmerstreams bringen Theater digital dorthin, wo das Deutsche Theater analog außer Reichweite ist: ins Klassenzimmer. Damit ist es möglich, Inszenierungen, künstlerische Handschriften und dramatische Sprache allerorten zu erleben.
Die Inszenierungen Der zerbrochne Krug (Regie: Anne Lenk), Maria Stuart (Regie: Anne Lenk), Nathan (Regie: Joanna Praml) und Woyzeck Interrupted (Regie: Amir Reza Koohestani) können Sie als Stream zeitlich flexibel und teils mit umfangreichem Bonusmaterial im Unterricht einsetzen.
Für den Preis von 20 € können Sie den Stream innerhalb eines Zeitfensters von zwei Wochen flexibel für Ihren Unterricht nutzen.
Zeitfenster für Ihre Buchung
Spielzeit 2025/26
2025:
16.09. – 29.09. / 30.09. – 13.10. / 14.10. – 27.10. / 28.10. – 10.11. / 11.11. – 24.11. / 25.11. – 08.12. / 09.12. – 22.12.
2026:
06.01. – 19.01. / 20.01. – 02.02. / 03.02. – 23.02.
Den Zugang stellt Ihnen unser Besucher:innenservice zur Verfügung. Wählen Sie dafür einfach Ihr Streaming-Zeitfenster und schreiben Sie eine Mail mit Ihrer Rechnungsadresse an service@deutschestheater.de.
Unsere Inszenierungen im Stream
von Heinrich von Kleist
REGIE Anne Lenk
Im Dorfe Huisum ist Gerichtstag und Richter Adam stolpert gleich am Morgen aus dem Bett und über sich selbst. Jedenfalls behauptet er das. Denn so sehr dieser Adamsfall als Metapher stimmt, ist dies tatsächlich nur die erste einer Vielzahl von Lügen, die der Richter ungeniert von sich geben wird. Der wirkliche Grund für seinen lädierten Fuß und das zerschundene Gesicht ist die Folge eines Missbrauchs, den er in der Nacht zuvor begangen hat: Die junge Eve in deren Zimmer bedrängend, wird er überrascht von ihrem Verlobten Ruprecht und verletzt sich beim flüchtenden Sprung durchs Fenster. Obendrein geht dabei ein Krug entzwei. Mit diesem zieht Eves Mutter Marthe nun vor Gericht und bezichtigt Ruprecht des nächtlichen Übergriffs. Ein Stück über Machtmissbrauch, Korruption und das Einstehen für die Wahrheit.
- empfohlen ab Klasse 10
- gut kombinierbar mit den Fächern Deutsch, Ethik, Darstellendes Spiel
- kostenlose Zusatzangebote: Inszenierungsvorbereitender Workshop, Warm-Up
von Gotthold Ephraim Lessing in einer Überschreibung von Joanna Praml und Dorle Trachternach
REGIE Joanna Praml
Und unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmungen fällt der Vorhang.“ So endet Lessings „dramatisches Gedicht“ – und schöner könnte es nicht sein. Ein Ensemble aus Berliner Jugendlichen ist berauscht von der Botschaft der Ringparabel, Lessings Gleichnis von der Utopie einer Welt ohne Kämpfe um die einzig richtige Religion. Doch so wie es gerade heute auf dem Schulhof zu religiösen Anfeindungen kommt, so bröckelt auch im Ensemble das einträchtige Miteinander. Man kann den Anfang nicht vor dem Ende spielen: Die jungen Spieler:innen müssen mit Nathan, Recha, dem Tempelherrn, dem Sultan und allen anderen nach Jerusalem, um miteinander durchs Feuer zu gehen.
Regisseurin Joanna Praml überschrieb gemeinsam mit zwölf Jugendlichen den Klassiker der Aufklärung. Auf der Bühne suchen sie nach den Verbindungen zwischen Jerusalem im Jahr 1192, der Zeit der Aufklärung und der heutigen Lebensrealität in der Weltstadt Berlin.
- empfohlen ab Klasse 9
- gut kombinierbar mit den Fächern Deutsch, Ethik, Darstellendes Spiel, Religion
von Mahin Sadri und Amir Reza Koohestani nach Georg Büchner
REGIE Amir Reza Koohestani
Alles steht im Zeichen der Unterbrechung: Die Proben zu einer Inszenierung von Büchners Woyzeck werden kurz vor der Premiere unterbrochen, die Affäre des Hauptdarstellers mit der Hospitantin ebenfalls, genauso wie deren Schwangerschaft und die Zukunftsphantasie von einem gemeinsamen Kind. Sogar ihre Trennung kommt durch einen Lockdown zum Stillstand. Das Paar, das kein Paar mehr sein kann und vielleicht auch nie war, ist in einer Wohnung eingesperrt, zurückgeworfen auf seine wechselseitigen Abhängigkeiten und auf die Echos von Büchners Text.
Zeitungsberichte über Frauenmorde und die dazugehörigen Gerichtprozesse gaben seinerzeit den Anstoß für Georg Büchners Woyzeck. Hinsichtlich der Gewalttaten von Männern an Frauen hat sich in den vergangenen bald zweihundert Jahren kaum etwas geändert. Noch immer wird in Deutschland alle drei Tage eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet. Genau an diesem Punkt setzen die Dramatikerin Mahin Sadri und der Regisseur Amir Reza Koohestani an. Sie erzählen nicht vom Einzelfall, sondern machen sich auf die Suche nach genderspezifischen Machtverhältnissen und struktureller Gewalt im Privaten. Was sie finden, sind Muster, die sie auch zeigen – aber nicht um sie zu reproduzieren, sondern um sie zu unterbrechen.
- empfohlen ab Klasse 9
- gut kombinierbar mit den Fächern Deutsch, Ethik, Darstellendes Spiel, Psychologie
von Friedrich Schiller
REGIE Anne Lenk
Maria Stuart, katholische Königin von Schottland, ist vor ihrem Volk geflohen, welches ihr Auftragsmord an ihrem Gatten vorwirft. In England erhofft sie von ihrer Cousine, der protestantischen Königin Elisabeth, politisches Asyl, erhebt gleichzeitig aber Anspruch auf ihre Krone, als deren rechtmäßige Erbin sie sich sieht. Sie wird gefangen genommen und interniert, Befreiungsversuche von jungen Rettern schlagen fehl. Doch Marias Glanz strahlt auch aus dem Kerker heraus: Sie kann auf eine treue Anhängerschaft zählen und weiß Frankreich an ihrer Seite. Als mehreren Mordanschläge auf Königin Elisabeth vereitelt werden, soll Maria Stuart als vermeintlich Verantwortliche hingerichtet werden. Doch in Elisabeths Beraterstab gehen die Meinungen auseinander, ein Versöhnungsversuch in Form eines Aufeinandertreffens der beiden Königinnen scheitert. Elisabeth zögert, das Todesurteil zu vollstrecken. Sie fürchtet die Entscheidung in einem Duell, das keine Siegerin kennen wird.
Friedrich Schillers Maria Stuart ist ein Ränkespiel im Geflecht von Politik, Religion, Liebe und Macht, dem alle Figuren unentrinnbar unterworfen sind. Schiller zeichnet ein Tableau von Mächtigen, die Verantwortung scheuen und an ihren Positionen ersticken. Und er zeigt sie als zutiefst menschliche Charaktere, die in ihrem Tun oder Nicht-Tun einsam, isoliert und unfrei immer wieder bei sich selbst landen.
- empfohlen ab Klasse 10
- gut kombinierbar mit den Fächern Deutsch, Ethik, Darstellendes Spiel, Politische Bildung, Geschichte