Jeder stirbt für sich allein
von Hans Fallada REGIE Jette Steckel
Premiere am 19.12.2026
Inhalt
Sie kämpften alleine gegen Krieg und Faschismus, nur bewaffnet mit Postkarten und Tinte. Hans Falladas Roman erzählt von einem Arbeiterehepaar im Widerstand. Um die beiden herum: eine Welt, die an der Tyrannei vorbeischaut, sie duldet oder zum eigenen Nutzen mitträgt. Spitzel, Krisengewinnler, von der alltäglichen Gewalt zerstörte Figuren – in einer Stadt, in einem Land, das angstbesetzt zwischen Duldung und Katastrophe steht. Mit Jeder stirbt für sich allein widmet sich die Regisseurin Jette Steckel einem der großen Berlin-Tableaus des 20. Jahrhunderts.
Hans Fallada ist einer der eindrücklichsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Er schreibt über Arbeitslose und Gefangene, über Prostituierte, Spieler und Alkoholiker. All diese Figuren kennt er gut, denn das Leben reißt ihn immer wieder in die eigenen Abgründe hinein. Fallada ist Morphinist, wilder Trinker und schreibt auch seine Romane wie im zerstörerischen Rausch. Zu Kriegsende ist der Autor 53 Jahre alt und schwer krank – zudem hoch verschuldet und beinahe wohnungslos. Da erhält er vom kommunistischen Kulturbund einen Stapel Gestapo-Akten und das Angebot, einen Roman über den dort aufgezeichneten Fall zu schreiben.
In vier Wochen entstehen beinahe 900 Manuskriptseiten; es ist die Geschichte eines Ehepaars, das zwei Jahre lang Karten mit antifaschistischen Parolen verteilt, bis es verhaftet und in Plötzensee hingerichtet wird. Kurz nach der Beendigung des Romans stirbt Fallada an den Folgen seiner Sucht. Jeder stirbt für sich allein ist sein letzter Roman.
Premiere
19.12.2026
Besetzung und Regieteam
- Regie Jette Steckel
- Bühne Florian Lösche
- Kostüme Pauline Hüners
- Musik Mark Badur
- Licht Matthias Vogel
- Dramaturgie Bernd Isele, David Heiligers