Wintersonnenwende

von Roland Schimmelpfennig

  • DT Bühne
  • DT Inszenierungen
  • Deutschsprachige Erstaufführung

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Inhalt

"Die Leute, die hier wohnen, haben in ihrem Leben niemals eine konservative Partei gewählt. Sie sind nicht älter als Mitte Vierzig, können aber jünger sein. Vielleicht sind sie erst Ende Dreißig. Sie sind dort angekommen, wo sie hinwollten."
 
Kurz vor Weihnachten. Albert und Bettina, Eltern eines Kindes, sind "mehr als gereizt": Die Mutter von Bettina, Corinna, kommt zu Besuch. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist angespannt, die Konflikte schwelen. Nicht nur, dass Corinna bis Januar bleiben möchte, sie hat auch eine Zufallsbekanntschaft aus dem Zug mitgebracht. Jener Rudolph entpuppt sich als Schöngeist, der sich im kultivierten Ambiente wohlfühlt, am fremden Klavier gekonnt Chopin spielt, der inspirierend und originell ist, und vor allem äußerst charmant gegenüber der zunehmend geschmeichelten Corinna. Doch Albert, Gastgeber wider Willen und Autor mehrerer Bücher zum Thema Nationalsozialismus, beschleicht schon früh ein ungeheuerlicher Verdacht: "Mit dem stimmt was nicht". Als auch Konrad, Freund der Familie und komplexbeladener Künstler, der dunklen Verführungskraft Rudolphs erliegt, läuft der gemeinsam bestrittene Abend endgültig aus dem Ruder.
 
Roland Schimmelpfennig schaut den gutsituierten Kreativen Berlin-Prenzlauer Bergs ins Wohnzimmer – als Abrechnung, Rechtfertigung, Freisprechung oder schlicht Nabelschau? Sein neues Stück zeichnet ein genaues Bild der gegenwärtigen Mitte der Gesellschaft und kratzt dabei an der Wunde des schlimmsten Kapitels deutscher Geschichte. Wintersonnenwende zeigt Menschen, die sich bequem eingerichtet haben, deren Fundament aber hohl ist, die mit ihrer persönlichen Angst und ihrer politischen Schlaffheit kämpfen und an der Frage nach dem adäquaten, verantwortlichen Handeln scheitern.

Premiere

23.10.2015

Besetzung und Regieteam

Termine → Wintersonnenwende

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