Demetrius/Hieron. Vollkommene Welt
von Friedrich Schiller/Mario Salazar
REGIE Stephan Kimmig
Inhalt
"Willst du wieder hungern? Willst du Kriege führen?
Unsere Produktivität ist unser Frieden."
Hintergrund von Schillers Dramenfragment ist die Geschichte des "Falschen Demetrius", der sich 1603 als Sohn Iwans des Schrecklichen ausgab. Bei Schiller befindet sich Demetrius zunächst im festen Glauben der rechtmäßige Thronfolger zu sein und zieht mit Hilfe des polnischen Königs Sigismund III. in Moskau ein. Schließlich eröffnet ihm der Mörder des wahren Demetrius seine wirkliche Herkunft. Der "betrogene Betrüger" verliert an Selbstbewusstsein und fällt einem Volksaufstand zum Opfer. Hieron, der Machthaber eines fiktiven Staates, hat mit der Diktatur der Arbeit und des Wohlstands ein Weltenparadies erschaffen. Dieses Produktivitätsprinzip hinterlässt Arbeitslose, die vierteljährlich hingerichtet werden. Heiligabend ist der einzige Ruhetag. An diesem Tag kehren die Kinder zu ihren Eltern zurück. Sie erkennen einander kaum wieder. Hieron triumphiert über das Weltglück absoluter Arbeit und absoluten Wohlstands. Doch hat er längst erkannt, dass das Produktivitätsprinzip seine Allmacht zunichte gemacht hat.
Friedrich Schillers 'Demetrius' und Mario Salazars 'Hieron. Vollkommene Welt' werden an einem Abend gespielt. Während Schillers Dramenfragment die Frage nach der Legitimität von Herrschaft stellt, ist in Salazars Vision einer Zukunft diese Frage kein Thema mehr. Ein Abend über den Griff nach Macht und ihren Erhalt, über die Bedeutung von Arbeit, Wohlstand und die Konstruktion von Realität: Wenn nichts mehr wahr ist, welcher Ordnung werden wir folgen, welche Identität zu unserer eigentlichen machen?
Premiere
30.08.2013
Besetzung und Regieteam
- Regie Stephan Kimmig
- Bühne Katja Haß
- Kostüme Anja Rabes
- Musik Michael Verhovec
- Video Peter Engelbracht, Christopher Lensing
- Dramaturgie Juliane Koepp