Der Fall McNeal
von Ayad Akhtar aus dem Englischen von Daniel Kehlmann
REGIE András Dömötör
Premiere am 26.09.2025
Inhalt
Jacob McNeal ist das Paradebeispiel für den sprichwörtlichen alten weißen Mann. Er scheint geradezu der Prototyp einer heute als toxisch gebrandmarkten Männlichkeit zu sein: ein berühmter US-amerikanischer Schriftsteller Ende 60, ein Charismatiker mit einem Alkoholproblem und verstörender Ehrlichkeit, prominent, erfolgreich, raumgreifend. Für seine Werke hat er ohne Rücksicht auf Verluste sich selbst, seine Beziehungen und seine Gesundheit ausgebeutet und ruiniert. Doch auf dem Höhepunkt seines Ruhms (Literaturnobelpreis) und am Ende seines Lebens (Leberzirrhose) holt ihn seine Vergangenheit ein. Und gleichzeitig überholt ihn eine Technologie, die die Literaturproduktion verändert: Künstliche Intelligenz, die in rasender Schnelligkeit Texte zu produzieren imstande ist – ausgewiesernermaßen bestsellertauglich.
Das Stück variiert inhaltlich und auch formal eine der großen poetologischen Grundfesten: die Tatsache, dass Literatur selten ganz originär ist und jeder Autor oder jede Autorin zunächst immer auch Leser oder Leserin ist und im Weiteren auch die eigenen und die Geschichten derer, die sie umgeben, ausbeutet. Lesend arbeitet er oder sie sich bewusst oder unbewusst mit dem eigenen Schaffen an anderen Werken ab, genau wie die KI, die auch mit Texten und Daten gefüttert sein muss, damit sie etwas schreiben kann.
Wird die Zukunft der Kunst eine sein, in der preiswert und schnell schmerz- und geräuschlos produziertes Mittelmaß die Welt überflutet, das niemandem mehr weh tut, aber viele unterhält und ablenkt? Und was wird KI im Kunstkontext künftig sein: Spielzeug, Assistent oder erstzunehmende Konkurrenz? Werden mit neuen Medien auch die Grenzen des Sagbaren neu definiert, z.B. indem die Darstellung von Suizid und Gewalt, Rassismus und Frauenfeindlichkeit als nicht mehr erwünscht unterdrückt wird? Und nicht zuletzt: Kann sich Theater als einer der letzten Orte analoger Vergemeinschaftung und potenziell anarchischer Möglichkeiten behaupten gegen die digitale Gleichförmigkeit und Vereinzelung, die schon jetzt rasant um sich greift und zu einer ganz neuen Form von Einsamkeit und Beeinflussbarkeit führt, weil oft nicht mehr klar ist, was echt und was fake ist?
All diesen Fragen geht Der Fall McNeal nach – als nachdenklich machendes well made play, dem eine technologische, moralische und literaturtheoretische Problematik zugrunde liegt.
Fotos
Dauer
1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Premiere
26.09.2025
Hinweise
DT Kontext begleitet diese Inszenierung mit folgenden Veranstaltungen:
The (un)answered question: Kann KI Kunst?: Deutsches Theater mit Marcus Lobbes (Direktor Akademie für Theater und Digitalität, Dortmund) am 18.11.
Besetzung und Regieteam
- Regie András Dömötör
- Bühne Julia Plickat, Ann-Christine Müller
- Kostüm Almut Eppinger
- Musik Tamás Matkó
- Video Zsombor Czeglédi
- Licht Matthias Vogel
- Dramaturgie Karla Mäder
Trailer
Untertitel können bei Bedarf über das Untertitel-Symbol im Videoplayer aktiviert werden.
Termine → Der Fall McNeal
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Di., 09. Dezember 2025
von Ayad Akhtar aus dem Englischen von Daniel Kehlmann
REGIE András Dömötör- ab Klasse 10
DT Bühne
09.12.2025
20:00 → 21:45 Uhr
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Sa., 13. Dezember 2025
von Ayad Akhtar aus dem Englischen von Daniel Kehlmann
REGIE András Dömötör- ab Klasse 10
DT Bühne
13.12.2025
20:30 → 22:15 Uhr
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Do., 25. Dezember 2025
von Ayad Akhtar aus dem Englischen von Daniel Kehlmann
REGIE András Dömötör- ab Klasse 10
DT Bühne
25.12.2025
19:00 Uhr